| Ende November 2011 besuchte eine Unternehmerdelegation der Handels- und Industriekammer Perm unter Leitung ihres Präsidenten Herrn Marat Bimatov, das Land Brandenburg. Die Reise wurde durch das BAZ e. V. Selbelang organisiert. Bei einem Treffen in Potsdam mit Herrn von Hörschelmann, Referatsleiter im Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, sowie mit Vertretern der IHK Frankfurt/Oder und Potsdam sowie Geschäftsführern Brandenburger KMU stand die Vertiefung der deutsch-russischen Wirtschaftskooperation mit der Region Perm im Mittelpunkt. Diesbezüglich ist für September 2012 eine Unternehmerreise nach Perm geplant. Bei Interesse und weitere Infos bitte im BAZ e. V. Selbelang, Bereich Osteuropa bei Frau Dr. Buchbach, Tel.: 033237/85057 bzw. baz.nauen@gmx.de melden! | |||
Von Anne Wäschle
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Berufs- und Ausbildungszentrum Selbelang e.V. schmiedet GUS-Manager mit Diplom Der Einstieg in einen ausländischen Markt ist nicht einfach. Wirtschaftliche und politische Strukturen, rechtliche Grundlagen, die Art und Weise der Geschäftsanbahnung – in Russland und den GUS-Staaten gibt es meist große Unterschiede zum Business in Deutschland. Mitarbeiter, die man in diese Regionen schickt, müssen nicht nur die fremde Sprache sprechen, sondern sich mit den Bedingungen im Land genau auskennen. Im Berufs- und Ausbildungszentrum Selbelang e.V. (BAZ) bereiten sich gerade 18 Männer und Frauen auf ihren Einsatz in den ehemaligen Sowjetrepubliken vor. Acht Monate haben sie das Einmaleins des Außenhandels gelernt: Buchhaltung, Marketing, Akquise, Zoll- und Arbeitsrecht po-russki. Nach der Theorie folgt die Anwendung des Wissens. Das zweimonatige Praktikum wird nun die Hälfte von ihnen im Ausland absolvieren. Die restlichen Teilnehmer gehen in Unternehmen, die sich gen Osten orientieren. Auf Peter Lange wartet die Russische Föderation. Mitte Mai geht es los, aber noch ist nicht ganz klar, welche seiner vier Praktikumsoptionen er wahrnehmen wird. Für den 56-jährigen Bauingenieur aus dem Allgäu wird es nicht der erste Arbeitsaufenthalt in Russland sein. „Das ist kein Abenteuer für mich, sondern eine Chance. In meinem Alter hat man in Deutschland kaum mehr Beschäftigungsaussichten“, sagt Lange, der als Projektmanager beim Bau der IKEA-Shopping-Mall in Samara und dem VW-Werk in Kaluga tätig war. Ins BAZ ist er über seine Frau gekommen, die auch an der vom Arbeitsamt geförderten Fortbildung teilnimmt. Jetzt packt die Ingenieurin ihre Koffer für Aserbaidschan. Seit 1998 werden im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit so genannte GUS-Manager in Selbelang, 35 Kilometer westlich von Berlin, ausgebildet. Maria Buchbach und ihr Mann gründeten das Zentrum Anfang der 90er Jahre. Wo früher Kühe und Schafe im Stall standen, lernen jetzt täglich von acht bis 15 Uhr Hochschulabsolventen betriebswirtschaftlicher, ingenieurtechnischer oder naturwissenschaftlicher Fächer, wie man Wirtschaftskooperationen im GUS-Raum einfädelt und durchführt. „Ungefähr die Hälfte unserer Teilnehmer sind Spätaussiedler“, sagt Buchbach. „Da liegt ein Potenzial brach. Das muss doch genutzt werden.“ Der Schlüssel dabei sei das Netzwerk, das die Leiterin des BAZ-Osteuropaprojekts innerhalb der letzten Jahre aufgebaut habe. Hier auf dem flachen Land gäben sich der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, die AHK Russland, die Unternehmerverbände Berlin und Brandenburg und andere Partner die Klinke in die Hand. In Russland hat das BAZ besondere Bande in die Region Kirow, die Republik Komi und den Autonomen Kreis der Chanten und Mansen geknüpft.„Angefangen haben wir mit Delegationsreisen im Auftrag des Auswärtigen Amts“, so Buchbach. „Als die deutschen Unternehmer wieder nach Hause kamen, scheiterte die Zusammenarbeit mit russischen Firmen oft an fähigem Personal.“ Deshalb hat das Zentrum die Fortbildung zum GUS-Manager konzipiert. Der Unterricht gliedert sich in drei Themenblöcke. Im ersten geht es um Unternehmensführung in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Was muss man rechtlich beachten? Welche Marketing- und Vertriebsmöglichkeiten gibt es? Wie steht es um Finanzierung, Logistik, Transport, Zoll? Dabei können die Teilnehmer ein Extrazertifikat „Außenwirtschaft“ erwerben. Der zweite Bereich ist handlungsorientiert. In computergestützten Planspielen üben die angehenden GUS-Spezialisten den Umgang mit Behörden, Partnern, Lieferanten und anderen Institutionen. Hier werden die Registrierung einer möglichen Auslandsrepräsentanz beantragt, Angebote für fiktive Pelzlieferungen erstellt oder die Zollabfertigung für diese eingeleitet – und zwar überwiegend in Russisch. Um Kommunikation geht es im Modul drei. Deutschsprachige Teilnehmer erhalten Unterricht in Business-Russisch, russische Muttersprachler in Englisch. Auch interkulturelle Verhandlungsführung steht auf dem Programm. Die Fortbildung ist zertifiziert nach der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV) des Bundes. Buchbach betont, dass 70 bis 80 Prozent der Teilnehmer im Anschluss einen neuen Job finden. Ehemalige Absolventen säßen heute in ausländischen Dependancen deutscher Unternehmen, aber auch bei Kammern und Verbänden in der GUS und in Deutschland. „Es kommt öfter vor, dass mich unsere Ehemaligen anrufen und nach neuen Leuten fragen“, erzählt die Wirtschaftswissenschaftlerin. Von der Krise bekommt das BAZ nicht sehr viel zu spüren. Sie sei eher eine Chance, denn Firmen, die sonst in den Westen schauen, würden nun den Blick in Richtung Osten wenden. So wollen sie und die etwa zehn Honorardozenten des Zentrums in Zukunft kleinere Happen GUS-Wissen auch in Wochenendworkshops vermitteln. Ihr Ziel sei, dass Unternehmen solche Kurse selbst finanzieren. Quelle: Ost-West-Contact 5/2010 | |||